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Forum des Gedenkens in Nienburg

Wieder mit großer Beteiligung von Schülerinnen und Schülern fand am 4. Februar das Forum des Gedenkens statt, zu dem der Arbeitskreis Gedenken in den Nienburger Ratssaal eingeladen hatte. Vor dem eigentlichen Forum wurde im Vestibül des Rathauses die Ausstellung Contra Rechtsextremismus eröffnet. Schülerinnen und Schüler der BBS Marienhain in Vechta hatten sie in Zusammenarbeit mit dem Verein „Contra e.V.“ erstellt. „Mit seiner menschenverachtenden Ideologie setzt insbesondere der Rechtsextremismus auch heute noch auf die Überlegenheit der Stärkeren und spricht über Menschen aus anderen Kulturkreisen abwertend und diskriminierend“, kritisieren die Jugendlichen. Sie wollen nach eigener Aussage ihre Standpunkte im Sinne christlicher Nächstenliebe und als Träger von Menschenwürde dagegensetzen, aber auch zur Aufklärung beitragen.

Im anschließenden Forum berichteten Jugendliche aus Projekten und von Gedenkstättenbesuchen. Das Forum stand unter dem Motto Jugend gestaltet Erinnerung. Der Arbeitskreis „Sinti fahren nach Auschwitz“ der Nordertorschule Nienburg bot eine szenische Darstellung der dabei gemachten Erfahrungen. Die Jugendlichen setzten Steine der Erinnerung und interpretierten sie als Metaphern der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ebenso wie Bausteine für die Zukunft.  Schülerinnen und Schüler des Hoyaer Johann-Beckmann-Gymnasiums berichteten über ihre Fahrt nach Bergen-Belsen und die eingehende Auswertung, mit dem sie das Projekt anschließend in der Schule bekannt machten. Die AG für den Frieden von der Kooperativen Gesamtschule Rastede schloss sich mit einem „Denkanstoß“ an, bei dem Auschwitz als prägendes Erlebnis junger Menschen für eine humanistische und politische Sicht ihrer Rolle im Leben verdeutlicht wurde.

Einen ganz anderen Beitrag leisteten Mitglieder der Ruderriege der Albert-Schweitzer-Schule Nienburg, die über ihre Motivation und die Vorbereitung und Durchführung eines besonderen Erinnerungsprojektes erzählten. Im November 2011 tauften die Mädchen und Jungen einen neuen Doppelvierer nach Hermann Abraham, einem jüdischen Schüler des Gymnasiums. Hermann Abraham wurde im Gründungsjahr der Riege erster „Ruderbaas“. Als Einundzwanzigjähriger fiel er im Ersten Weltkrieg in Frankreich.

Den Abschluss bildete ein Bericht aus Adendorf in der Lüneburger Heide, wo Schülerinnen und Schüler der Schule am Katzenberg das Schicksal von Wolfgang Helmut Mirusch erforschten. Der junge Sinto war 1943 im Alter von acht Jahren nach Auschwitz deportiert und dort ermordet worden.

Die Ausstellung “contra Rechtsextremismus” wird im Rathausvestibül noch bis Ende Februar zu den Öffnungszeiten des Rathauses zugänglich sein.


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